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Erfassung der Waldvögel

Relevanz der Tiergruppe

Innerhalb der Wirbeltiere repräsentieren die Vögel eine Artengruppe, über die ein vergleichsweise guter autökologischer und faunistischer Kenntnisstand vorliegt. Das Vorkommen, aber auch das Fehlen einer bestimmten Art erlaubt weitreichende Rückschlüsse auf die Struktur und den Zustand einer Fläche, weshalb Vögel eine hohe Indikatorfunktion besitzen. Als sehr mobile Artengruppe sind Vögel zur Bewertung größerer, zusammenhängender Lebensräume wie naturnahe Waldökosysteme besonders gut geeignet. Viele Vogelarten sind aufgrund ihrer Habitatansprüche auf Waldbiotopkomplexe mit unterschiedlichen Landschaftsstrukturen angewiesen, welche für sich betrachtet jeweils wichtige Funktionen als Teillebensräume übernehmen.

Methodik

Ab dem Frühjahr 2014 erfolgen Vogelerfassungen in verschieden großen Altholzwaldbeständen, verteilt über das ganze Saarland. Die Vogelvorkommen der Waldbestände werden dazu mit der Methodik der Linienkartierung auf zuvor festgelegten Routen erfasst. Durch die Wahl einer vereinfachten, jedoch streng standardisierten Feldmethode sollen neben konkreten Revier- und Dichteangaben auch weitere Beobachtungen, etwa zum Aktivitätsrhythmus von Nahrungsgästen aus den angrenzenden Waldbeständen erhoben werden. Alle Vogelbeobachtungen werden im Verlauf der Kontrollen in mitgeführten topographischen Karten eingetragen und erhalten dadurch einen direkten Flächenbezug für die spätere Auswertung. Zugleich werden die für die Vogelarten wichtigen Strukturparameter der jeweiligen Bestände, wie etwa der Anteil an Baumhöhlen oder die Schichtung des Bestandes, dokumentiert. Bei der Festlegung der Routen wird darauf geachtet, dass neben den eigentlichen Altholzwaldflächen auch die unmittelbar angrenzenden Waldbestände bzw. deren Übergangszonen einbezogen werden, um den Einfluss von Altholzinseln auf die umliegenden Waldflächen und damit etwaige „Randeffekte“ quantifizieren zu können.

 

Durch die Erfassung von Vogelrevieren und Aktivitätsdichten können die Probeflächen untereinander verglichen und eine Beziehung zur Standortausstattung hergeleitet werden. Die Wahl einer standardisierten Erfassungsmethode gewährleistet darüber hinaus den Vergleich der Daten mit Bestandserfassungen in anderen saarländischen Waldgebieten, die im Rahmen laufender Erfassungsprogramme des Landes oder der Verbände erfolgen, wie etwa dem „Monitoring häufiger Brutvogelarten“ des DDA oder dem bundesweiten Monitoring von Brutvogelarten im Rahmen der Länderinitiative Kernindikatoren (LIKI). Die Methodik ist daher auch darauf ausgerichtet, eine Grundlage für erneute Untersuchungen und damit ein langfristig ausgelegtes Monitoring zu liefern.