Sie befinden sich hier

Inhalt

Totholzinventur

Totholz ist eines der wichtigsten Habitate der Wälder, welches durch die Forstwirtschaft jedoch selten geworden ist. Totholz beherberg eine hohe Biodiversität die viele Insekten, besonders Dipteren und Käfer, Spinnentiere, Asseln aber auch Vögel und Säugetiere beinhaltet. Dabei sind die Diversität der Arten und die Menge des Totholzes positiv korreliert was bedeutet, dass hohe Totholzmengen die Artenvielfalt der Wälder fördern können.
Eine hohe Artenvielfalt wird jedoch nicht nur durch eine hohe Menge an Totholz, sondern auch durch eine Vielfalt von Totholzhabitaten gefördert. Dies entsteht dadurch, dass viele totholzbewohnende Organismen auf ganz bestimmte Habitate im Totholz angewiesen sind. Höhlenbrütende Vögel können, zum Beispiel stehendes Totholz als Brutplatz nutzen liegendes Totholz aber nur teilweise als Nahrungsquelle. Besonders die Gemeinschaft der Käfer ist sehr spezialisiert. So kommen auf stehendem Totholz, das häufig trockener und sonnenexponierter ist als liegendes Totholz, ganz andere Arten vor als auf liegendem Totholz (Hjältén, Stenbacka, & Andersson, 2010). Dabei können nicht nur das Vorkommen von Totholz, sondern auch die es besiedelnden Pilze eine große Rolle für das Vorkommen von vielen Käferarten spielen (Abrahamsson, Lindbladh, & Rönnberg, 2008). Dabei ändern sich die Gemeinschaften jedoch mit fortschreitender Zersetzung des Totholzes, da sich die Struktur aber auch die chemische Zusammensetzung und der Wassergehalt des Totholzes ändert.
Somit können die Menge des Totholzes und die Vielfalt der Totholzstrukturen eine Aussage über die Güte des Gebietes und das potentielle Vorkommen einer hohen totholzgebundenen Artenvielfalt treffen.
Neben der Inventur von Arten ist die Aufnahme von Totholzstrukturen, ein wichtiger Bestandteil eines Monitorings da sie etwas über die Güte der Habitate des Gebietes und seine mögliche Entwicklung in der Zukunft aussagt.